Bauschaden-Atlas Herzogenaurach
Welche Bauschäden auftreten, hängt in Herzogenaurach stark vom Stadtteil ab. Der Grund ist die Bauepoche. Ein Gründerzeit-Altbau versagt an anderen Stellen als eine Siedlung der 1970er Jahre oder ein Neubaugebiet der 1990er. Dieser Atlas fasst zusammen, welche Bausubstanz in welchem Stadtteil von Herzogenaurach dominiert und welche Schäden dort typischerweise auftreten.
Die Angaben dürfen mit Quellenangabe zitiert werden. Stand: Juli 2026.
Bauepochen und Schäden in Herzogenaurach im Überblick
| Stadtteil | Bauepoche | Bausubstanz | Häufigster Schaden |
|---|---|---|---|
| Altstadt | 17. bis 19. Jahrhundert, einzelne ältere Bauteile | Historischer Kern mit dem 1720 wieder aufgebauten barocken Schloss, dem Türmerturm, dem Fehnturm und Resten der Stadtbefestigung. Die Bebauung besteht aus verputzten Massivbauten und Fachwerkhäusern über Sockeln und Kellern aus Burgsandstein. Die Bebauung ist dicht, viele Gebäude stehen unter Denkmalschutz. | Schwellenfäule und Gefachrisse am Fachwerk, häufig verdeckt unter jüngeren Verkleidungen, Zementputzen und dichten Anstrichen |
| Niederndorf | Alter Ortskern des 18. und 19. Jahrhunderts, Siedlungsbau ab 1950, Neubaugebiete seit 1978 | Größter Stadtteil, seit 1978 eingemeindet, rund 3000 Einwohner. Ursprünglich Bauerndorf, seit dem späten 19. Jahrhundert als Maurerdorf bekannt. Die Kirche St. Josef entstand 1923. Nach 1945 kamen Siedlungen für Vertriebene hinzu, seit der Eingemeindung wurden großzügige Neubaugebiete ausgewiesen, aktuell im Süden. Die Mittlere Aurach begrenzt den Ort im Süden. | Feuchte Keller und Bodenplatten in den auennahen Lagen an der Mittleren Aurach, wo der Grundwasserstand hoch steht |
| Herzo Base | Militärbauten der 1930er bis 1980er Jahre, zivile Neubebauung seit den 1990er Jahren | Rund 114 Hektar große Konversionsfläche etwa 1,6 Kilometer nordöstlich der Altstadt. Bis 1992 militärisch genutzt, zuerst durch die Luftwaffe, danach durch amerikanische Streitkräfte. Seither entstand hier ein neuer Stadtteil mit der Verwaltung von adidas, einem Hotel und modernen Wohnquartieren. Einzelne Gebäude der militärischen Vornutzung wurden umgenutzt, große Teile wurden neu bebaut. | Altlastenverdacht auf der ehemaligen Militärfläche, etwa durch Mineralöl, Treibstoffe und Löschmittel, mit Folgen für Bodenaushub und die Wahl der Kellerabdichtung |
| Hauptendorf | Dorfkern des 18. und 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung ab 1950 | Ehemals selbständiges Dorf südlich der Kernstadt, 1972 eingemeindet, heute rund 1000 Einwohner. Durch den Ort fließt der Litzelbach, im Zentrum liegt der Dorfweiher. Um den alten Kern mit Hofstellen, Scheunen und einer kleinen Kapelle sind seit den 1950er Jahren Wohngebiete gewachsen. | Aufsteigende Feuchte in den Sandstein- und Bruchsteinsockeln der alten Hofstellen ohne Horizontalsperre |
| Haundorf | Dorfkern des 18. und 19. Jahrhunderts, Siedlungsbau der 1950er bis 1990er Jahre | Dorf rund 3,5 Kilometer nordöstlich der Kernstadt, 1974 eingemeindet, rund 760 Einwohner. Der Bimbach durchfließt den Ort, im Osten verläuft unmittelbar die Autobahn A3. Nach 1945 wuchs die Wohnbaufläche von rund 2,5 auf über 30 Hektar, entsprechend prägen Ein- und Doppelhäuser der Nachkriegsjahrzehnte das Bild um den alten Kern mit der Kirche St. Marien. | Wärmebrücken und Schimmel an den ungedämmten Massivwänden der Siedlungshäuser der 1950er bis 1970er Jahre |
| Beutelsdorf | Ländliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts, einzelne jüngere Wohnhäuser | Kleines Haufendorf mit rund 315 Einwohnern, 1974 eingemeindet. Landwirtschaftlich geprägt, mit Hofstellen, Scheunen und Stallgebäuden aus Sandstein und Fachwerk. 1898 errichteten neun Bauern eine neugotische Kapelle. Der Bimbachgraben entspringt westlich des Ortes und fließt hindurch. | Schwellen- und Balkenfäule an den Fachwerkscheunen der Hofstellen |
Die Stadtteile im Einzelnen
Welche Bauschäden sind in Altstadt typisch?
In Altstadt dominiert Historischer Kern mit dem 1720 wieder aufgebauten barocken Schloss, dem Türmerturm, dem Fehnturm und Resten der Stadtbefestigung. Die Bebauung besteht aus verputzten Massivbauten und Fachwerkhäusern über Sockeln und Kellern aus Burgsandstein. Die Bebauung ist dicht, viele Gebäude stehen unter Denkmalschutz. aus der Zeit 17. bis 19. Jahrhundert, einzelne ältere Bauteile. Der häufigste Schaden ist schwellenfäule und Gefachrisse am Fachwerk, häufig verdeckt unter jüngeren Verkleidungen, Zementputzen und dichten Anstrichen. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Schwellenfäule und Gefachrisse am Fachwerk, häufig verdeckt unter jüngeren Verkleidungen, Zementputzen und dichten Anstrichen
- Absanden, Schalenbildung und Frostabplatzungen am Burgsandstein von Sockeln, Gewänden, Portalen und Türmen
- Aufsteigende Feuchte in den Erdgeschossen ohne Horizontalsperre, sichtbar an Salzausblühungen und hohlliegendem Innenputz
- Befall der historischen Dachstühle durch Hausbock und Nagekäfer, oft erst bei Umbauten entdeckt
Postleitzahl 91074.
Welche Bauschäden sind in Niederndorf typisch?
In Niederndorf dominiert Größter Stadtteil, seit 1978 eingemeindet, rund 3000 Einwohner. Ursprünglich Bauerndorf, seit dem späten 19. Jahrhundert als Maurerdorf bekannt. Die Kirche St. Josef entstand 1923. Nach 1945 kamen Siedlungen für Vertriebene hinzu, seit der Eingemeindung wurden großzügige Neubaugebiete ausgewiesen, aktuell im Süden. Die Mittlere Aurach begrenzt den Ort im Süden. aus der Zeit Alter Ortskern des 18. und 19. Jahrhunderts, Siedlungsbau ab 1950, Neubaugebiete seit 1978. Der häufigste Schaden ist feuchte Keller und Bodenplatten in den auennahen Lagen an der Mittleren Aurach, wo der Grundwasserstand hoch steht. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Feuchte Keller und Bodenplatten in den auennahen Lagen an der Mittleren Aurach, wo der Grundwasserstand hoch steht
- Versprödete Bitumenabdichtungen an den Kellern der Siedlungshäuser der 1950er und 1960er Jahre
- Rest- und Baufeuchte unter Estrichen sowie Schimmel in den Neubauten der jüngeren Baugebiete mit luftdichter Gebäudehülle
- Algenbewuchs, Risse und Hohlstellen an den Wärmedämmverbundsystemen der Ein- und Reihenhäuser
Postleitzahl 91074.
Welche Bauschäden sind in Herzo Base typisch?
In Herzo Base dominiert Rund 114 Hektar große Konversionsfläche etwa 1,6 Kilometer nordöstlich der Altstadt. Bis 1992 militärisch genutzt, zuerst durch die Luftwaffe, danach durch amerikanische Streitkräfte. Seither entstand hier ein neuer Stadtteil mit der Verwaltung von adidas, einem Hotel und modernen Wohnquartieren. Einzelne Gebäude der militärischen Vornutzung wurden umgenutzt, große Teile wurden neu bebaut. aus der Zeit Militärbauten der 1930er bis 1980er Jahre, zivile Neubebauung seit den 1990er Jahren. Der häufigste Schaden ist altlastenverdacht auf der ehemaligen Militärfläche, etwa durch Mineralöl, Treibstoffe und Löschmittel, mit Folgen für Bodenaushub und die Wahl der Kellerabdichtung. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Altlastenverdacht auf der ehemaligen Militärfläche, etwa durch Mineralöl, Treibstoffe und Löschmittel, mit Folgen für Bodenaushub und die Wahl der Kellerabdichtung
- Ungleiche Setzungen von Neubauten über Auffüllungen, alten Rollbahnen und Fundamentresten der militärischen Vornutzung
- Schadstoffe und Feuchteschäden bei der Umnutzung ehemaliger Militärgebäude, etwa Asbestprodukte sowie alte Bitumen- und Teerabdichtungen
- Bauteilfeuchte und Schimmel in den luftdichten Wohnneubauten, wenn Estrichtrocknung und Lüftung nicht aufeinander abgestimmt sind
Postleitzahl 91074.
Welche Bauschäden sind in Hauptendorf typisch?
In Hauptendorf dominiert Ehemals selbständiges Dorf südlich der Kernstadt, 1972 eingemeindet, heute rund 1000 Einwohner. Durch den Ort fließt der Litzelbach, im Zentrum liegt der Dorfweiher. Um den alten Kern mit Hofstellen, Scheunen und einer kleinen Kapelle sind seit den 1950er Jahren Wohngebiete gewachsen. aus der Zeit Dorfkern des 18. und 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung ab 1950. Der häufigste Schaden ist aufsteigende Feuchte in den Sandstein- und Bruchsteinsockeln der alten Hofstellen ohne Horizontalsperre. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Aufsteigende Feuchte in den Sandstein- und Bruchsteinsockeln der alten Hofstellen ohne Horizontalsperre
- Balkenfäule und Holzschädlingsbefall in Scheunen und Nebengebäuden, die nicht mehr beheizt und kaum unterhalten werden
- Feuchte Keller in der Senke am Litzelbach und rund um den Dorfweiher, wo Grund- und Stauwasser an die Kellerwände drücken
- Setzungsrisse zwischen Altbau und späterem Anbau, weil beide unterschiedlich tief gegründet sind
Postleitzahl 91074.
Welche Bauschäden sind in Haundorf typisch?
In Haundorf dominiert Dorf rund 3,5 Kilometer nordöstlich der Kernstadt, 1974 eingemeindet, rund 760 Einwohner. Der Bimbach durchfließt den Ort, im Osten verläuft unmittelbar die Autobahn A3. Nach 1945 wuchs die Wohnbaufläche von rund 2,5 auf über 30 Hektar, entsprechend prägen Ein- und Doppelhäuser der Nachkriegsjahrzehnte das Bild um den alten Kern mit der Kirche St. Marien. aus der Zeit Dorfkern des 18. und 19. Jahrhunderts, Siedlungsbau der 1950er bis 1990er Jahre. Der häufigste Schaden ist wärmebrücken und Schimmel an den ungedämmten Massivwänden der Siedlungshäuser der 1950er bis 1970er Jahre. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Wärmebrücken und Schimmel an den ungedämmten Massivwänden der Siedlungshäuser der 1950er bis 1970er Jahre
- Feuchte Kellerwände, weil die Abdichtung der ersten Erweiterungswellen aus versprödeten Bitumenanstrichen besteht
- Erschütterungsrisse an Gebäuden in unmittelbarer Nähe der Autobahn A3 durch den Schwerverkehr
- Feuchteschäden an Garagen, Anbauten und Wintergärten durch mangelhaft ausgeführte Anschlüsse an den Bestand
Postleitzahl 91074.
Welche Bauschäden sind in Beutelsdorf typisch?
In Beutelsdorf dominiert Kleines Haufendorf mit rund 315 Einwohnern, 1974 eingemeindet. Landwirtschaftlich geprägt, mit Hofstellen, Scheunen und Stallgebäuden aus Sandstein und Fachwerk. 1898 errichteten neun Bauern eine neugotische Kapelle. Der Bimbachgraben entspringt westlich des Ortes und fließt hindurch. aus der Zeit Ländliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts, einzelne jüngere Wohnhäuser. Der häufigste Schaden ist schwellen- und Balkenfäule an den Fachwerkscheunen der Hofstellen. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Schwellen- und Balkenfäule an den Fachwerkscheunen der Hofstellen
- Durchfeuchtete Bruchsteinmauern in den ehemaligen Stallteilen, die früher Erdanschluss hatten
- Tauwasser und Schimmel bei der Umnutzung von Scheunen und Ställen zu Wohnraum, wenn kein tragfähiges Feuchtekonzept vorliegt
- Wasser in Kellern und Erdgeschossen nach Starkregen entlang des Bimbachgrabens, weil der Graben über die Ufer tritt
Postleitzahl 91074.
Was die Bausubstanz von Herzogenaurach prägt
- Historischer Kern mit Fachwerk und Burgsandstein: Der Sandstein nimmt Wasser kapillar auf und reagiert empfindlich auf Salze, Frost und dichte Zementputze. Fachwerkbauten sind häufig hinter jüngeren Verkleidungen verborgen.
- Konversionsfläche Herzo Base: Rund 114 Hektar wurden bis 1992 militärisch genutzt. Auffüllungen, alte Fundamente, Rollbahnen und Altlastenverdacht bestimmen hier Gründung, Abdichtung und Bodenaushub.
- Sehr starkes Wachstum seit 1945 und erneut seit 1990: Große Bestände an Ein- und Reihenhäusern der 1950er bis 1990er Jahre mit versprödeten Kellerabdichtungen und Wärmebrücken, dazu junge Neubaugebiete mit Bau- und Restfeuchte in dichter Gebäudehülle.
- Aurachtal: In den Auebereichen von Mittlerer Aurach und Bimbach stehen Keller und Bodenplatten unter hoher Bodenfeuchte, Starkregen führt entlang der Bäche regelmäßig zu Wassereintritt.
- Ehemals landwirtschaftliche Dörfer rings um die Kernstadt: Scheunen und Ställe werden zu Wohnraum umgebaut, häufig ohne belastbares Feuchte- und Wärmeschutzkonzept.
Warum die Bauepoche über die Schäden entscheidet
Jede Bauepoche hat ihre Schwachstellen, und sie wiederholen sich. Fachwerk versagt an der Schwelle, Sandstein sandet ab, Gründerzeitbauten leiden an Holzbalkenköpfen und aufsteigender Feuchte, Nachkriegsbauten an Wärmebrücken und Flachdächern, Neubauten an Restfeuchte und zu dichter Gebäudehülle. Wer weiß, in welcher Epoche ein Haus gebaut wurde, weiß, wo er zuerst hinschauen muss.
Was eine Begutachtung kostet, steht im Ratgeber: Was kostet ein Bausachverständiger? Der Stundensatz liegt zwischen 90 und 180 Euro, die Gesamtkosten beginnen bei 750 Euro und richten sich nach Objekt und Umfang.
